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Zeit und Kognition

Leitung
PD Dr. Marc Wittmann, Dipl.-Psych.


mann am zeiger


Kontakt

Tel +49-(0)8041-79929-0
Fax +49-(0)8041-79929-11

info@grp.hwz.uni-muenchen.de



Wer sind wir?

Wir sind eine Gruppe von Forschern unterschiedlicher Fachrichtungen (Psychologie, Linguistik, Pädagogik), die sich mit dem Thema Zeitverarbeitung beschäftigt. Unser Ziel ist es, diejenigen Gehirnfunktionen zu erforschen, welche die Grundlage des Zeiterlebens auf verschiedenen Ebenen (Millisekunden, Sekunden, Minuten, ...) bilden. Dabei sind für uns insbesondere die Prozesse interessant, welche für das Handeln unmittelbare Relevanz haben (z.B. bei der Bedienung von Geräten), sowie diejenigen, welche für komplexe mentale Funktionen notwendig sind (z.B. das Verstehen gesprochener Sprache).



Was tun wir?

In der AG „Zeit & Kognition“ arbeiten wir auf der Basis von Modellen zu grundlegenden Zeitverarbeitungsmechanismen des Gehirns an folgenden Themen:

  • Neuropsychologische Diagnostik und Therapie bei Patienten mit Sprachverständnisstörungen (Aphasie) und Kindern mit Legasthenie.
  • Entwicklungspsychologische Studien über altersbedingte Veränderungen zeitlicher Aspekte der sensomotorischen Informationsverarbeitung, der subjektiven Zeitwahrnehmung und des Chronotypus.
  • Konzipierung von benutzerfreundlichen akustischen und optischen Kommunikationsschnittstellen zwischen Mensch und Maschine, die den zeitlichen Wahrnehmungsmöglichkeiten des Menschen angepasst sind.
  • Psychopharmakologische Studien über die Zeiterfahrung unter dem Einfluss unterschiedlicher Medikamente.
  • Psychoonkologische Studien über die Auswirkung schwerer Erkrankungen auf das Zeitempfinden.


proband beim reaktionstest
Proband beim Reaktionstest



Was zeichnet uns aus?

Die wissenschaftlichen Untersuchungen werden in unserem Zeitlabor durchgeführt. Je nach apparativem Bedarf können auch die Labors unserer Kooperationspartner in die Untersuchung miteinbezogen werden. Unsere besonderen Kompetenzen liegen vor allem in folgenden Bereichen:

  • Berücksichtigung der verschiedenen Sinnes-Modalitäten. Unsere Tests schließen sowohl visuelle als auch akustische Untersuchungen ein. Nur durch die Integration der Ergebnisse aus unterschiedlichen Modalitäten ist die Erstellung eines umfassenden Modells der Zeitverarbeitung möglich.
  • Untersuchung von Probanden in unterschiedlichen Lebensaltern. Da die Informationsverarbeitungsleistung in unterschiedlichen Altersstufen variiert, ist - z.B. für die Konstruktion altersgerechter Benutzeroberflächen und Informationssysteme - detailliertes Wissen über die Möglichkeiten, aufeinanderfolgende Informationen korrekt zu verarbeiten, notwendig. Dies wird durch Untersuchungen der zeitlichen Aspekte der Wahrnehmung bei Probanden unterschiedlichen Alters (20-80 Jahre) erreicht.
  • Einsatz vielfältiger Methoden. In unseren Untersuchungen setzen wir neben psychophysischen Methoden auch neuropsychologische Testverfahren, von uns konzipierte Fragebögen zum Erlebnis von Zeit, Sprachtests zur Erfassung zeitlich sensitiver linguistischer Prozesse, sowie bildgebende Verfahren (fMRT) ein.



Unsere aktuellen Kooperationspartner

  • Quantifizierung temporaler Aspekte von Aufmerksamkeits- und Arbeitsgedächtnisprozessen im Verbundprojekt Modkog – Neue Verfahren der Informationsverarbeitung auf der Basis neurokognitiver Modellierung (Siemens AG, Prof. Schürmann, PD Dr. Martin Stetter).

  • Diagnostik zeitlicher Wahrnehmungsleistungen bei Kindern mit Sprachentwicklungsstörungen am Institut für Kinder- und Jugendpsychiatrie der Ludwig-Maximilians-Universität München (Prof. Waldemar von Suchodoletz, Dr. Dagmar Berwanger).

  • Effekte von Psilocybin auf Wahrnehmung und Motorik bei gesunden Probanden im Rahmen der Untersuchung von Modellpsychosen an der Psychiatrischen Universitätsklinik Zürich (PD Dr. Franz X. Vollenweider).

  • Zeitwahrnehmung in subjektiver Todesnähe. Eine medizin-psychologische Untersuchung der Zeitwahrnehmung bei Patienten der internistischen Onkologie an der Med. Klinik und Poliklinik III des Klinikums Großhadern (Prof. Dr. med. Wolfgang Hiddemann, Dr. Tanja Vollmer).

  • Untersuchung von Alterseffekten auf die Aufmerksamkeitssteuerung beim „Inhibition of Return“, Institut für Psychologie, Universität Beijing, VR China (Prof. Dr. Yan Bao).

  • Entwicklung und Evaluation eines Diagnose- und Trainingsinstrumentes zur zeitlichen Verarbeitung von akustischen Reizen bei Patienten mit Hirnverletzungen und Aphasie mit dem Nencki Institute of Experimental Biology, Warschau (Prof. Dr. Elzbieta Szelag).

  • Lokalisation von Hirnaktivität während zeitlicher Informationsverarbeitung im visuellen System am Institut für Neuroradiologie der Ludwig-Maximilians-Universität München (Dr. Christine Born).

  • Erfassung des individuellen Chronotyps (circadianen Rhythmus) und Implikationen für Verhalten und Erleben über die Lebensspanne, Institut für Medizinische Psychologie der Ludwig-Maximilians-Universität München (Prof. Till Roenneberg) und Institut für Psychologie der universität Innsbruck (Jenny Dinnich, M.A.).



Was können wir für Sie tun

Wir führen Studien zur Zeitverarbeitung an gesunden Probanden und neurologisch-psychiatrischen Patientengruppen durch. Als Methoden setzen wir psychophysische und sensomotorische Tests sowohl im Zeitlabor als auch an mobilen Geräten ein. Außerdem stehen von uns konzipierte Fragebögen zum Erlebnis von Zeit und spezifische Sprachtests zur Erfassung zeitlich sensitiver linguistischer Prozesse zur Verfügung. Gehirnaktivitätsmessungen im fMRI sind möglich. Insbesondere können wir Aufträge in folgenden Bereichen übernehmen:

  • Evaluation diagnostischer und therapeutischer Verfahren im Bereich von Zeitwahrnehmung und Sprachverarbeitung.
  • Analyse der zeitlichen Struktur von technischen Informationsquellen, um eine sichere und bequeme Informationsaufnahme durch den Benutzer zu gewährleisten.
  • Ermittlung altersspezifischer Bedürfnisse an die Präsentation von Informationen in unterschiedlichen Modalitäten.
  • Psychopharmakologische Untersuchungen über Auswirkungen von Medikamenten auf das Zeiterleben.




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