Forschung > Arbeitsgruppen > Psychophysiologie des Bewusstseins: Spiritualität, Achtsamkeit, Lebensqualität und Gesundheit

Psychophysiologie des Bewusstseins:
Spiritualität, Achtsamkeit, Lebensqualität und Gesundheit


Leitung
Dr. phil. Niko Kohls, Dipl-Psych.


Mitarbeit

Fred Zimmermann, M.A.; Dr. med. Martin Offenbächer;
Janosch Rieß, Dipl.-Psych.


Kooperationen
John A. Ives, Ph.D., Senior Scientist & Director Brain, Mind & Healing Program & Special Projects, Samueli Institute, Alexandria, VA, USA
Prof. Dr. Dr. Harald Walach, Psychology Division, The University of Northampton, United Kingdom

Kontakt

Tel +49-(0)8041-79929-26
Fax +49-(0)8041-79929-11
mail kohls@grp.hwz.uni-muenchen.de

Information: Aktuell laufende Studie zum Thema Achtsamkeit. Für weitere Informationen bitte hier klicken.

Neuer Forschungsschwerpunkt „Psychophysiologie des Bewusstseins: „Spiritualität, Achtsamkeit, Lebensqualität und Gesundheit“ am GRP

Seit 2008 wurde am GRP ein neuer und zeitgemäßer Forschungsschwerpunkt „Psychophysiologie des Bewusstseins: Spiritualität, Achtsamkeit, Lebensqualität und Gesundheit“ eingerichtet, der durch eine strategische Kooperation mit dem Brain Mind & Healing Program des US-amerikanischen Samueli Instituts (www.samueliinstitute.org) und durch den Laurence S. Rockefeller Trust gefördert wird.


Hintergrund

In den letzten Jahren wird im Kontext der Gesundheitswissenschaften vor allem im angloamerikanischen Raum verstärkt der Zusammenhang von Spiritualität, Religiosität, Achtsamkeit mit Lebensqualität und Gesundheit erforscht. Im Gegensatz zu Religiosität, die eher Glaubenssystemen und Ritualen, sowie institutionalisierten Traditionen assoziiert wird, kann man Spiritualität eher als eine individuelle Haltung der eigenen Existenz gegenüber verstehen, in der die persönliche Überzeugung zum Ausdruck gebracht wird, dass das Leben trotz aller Unwägbarkeiten und Probleme inhärent sinnvoll, kohärent und positiv zu sehen ist.

Viele empirischen Studien, die die Bedeutsamkeit von spirituellen Aspekten für Gesundheit untersucht haben, haben eindrucksvoll belegt, dass der Zusammenhang medizinisch relevant ist. Beispielsweise ist deutlich geworden, dass durch die Achtsamkeitsmeditation nicht nur der Umgang mit Stress nachweislich verbessert werden kann, sondern dass diese eine Ressource im Umgang mit chronischer Erkrankung darstellen kann. Diese nicht weltanschaulich gebundene, allgemeine Form der Meditation, die von dem amerikanischen Psychologen Jon Kabat-Zinn im Rahmen des von ihm entwickelten Mindfulness-Based-Stress-Reduction Program in die Gesundheitswissenschaften eingeführt wurde, wird deswegen zunehmend im medizinischen und rehabilitationswissenschaftlichen Bereich eingesetzt. Aber auch die Bedeutung von Spiritualität wird zunehmend nicht nur innerhalb der Palliativ- und Schmerzmedizin erkannt, sondern beispielsweise auch im Rahmen der Gesundheitspsychologie, Lebensqualitätsforschung und sogar im Kontext der Psychoneuroimmunologie zunehmend thematisiert. Die „Droge Arzt“, der Placeboeffekt sind weitere Aspekte, die in unseren Studien untersucht werden. 


Tätigkeitsspektrum der Arbeitsgruppe

An der Schnittstelle von subjektiv empfundener Bedeutsamkeit und Gesundheit ist die Verbindung mit den Forschungsfragestellungen zu sehen, deren Bearbeitung sich das GRP verpflichtet sieht. Empirische Studien belegen dabei, dass das Bedürfnis nach Spiritualität vor allem in den letzten zwei Lebensabschnitten an Bedeutung gewinnt, da sich ältere Menschen naturgemäß mit Fragen der persönlichen Identität sowie dem Sinn und der Bedeutsamkeit des Lebens auseinandersetzten. Aber schon für die jüngeren Generationen könnte ein enormer Anteil an der medizinischen Versorgung verbessert werden, wenn Ärzte und Therapeuten wissenschaftlich belegte „Techniken zur Aktivierung der Selbstheilungskräfte“ vermitteln und einsetzen könnten. 


Mitglieder der Arbeitsgruppe und Kooperationspartner

Verantwortlich für diesen Forschungsschwerpunkt am GRP ist der Diplompsychologe Dr. Niko Kohls, der sich seit mehr als 10 Jahren mit dem Thema Spiritualität und Gesundheit intensiv auseinandergesetzt und zahlreiche Studien dazu durchgeführt hat. Dr. Kohls studierte an den Universitäten Jena und Freiburg und hat bis 2005 an der Uniklinik Freiburg gearbeitet. Seit 2005 war er in England an der University of Northampton tätig, wo er zusammen mit Prof. Dr. Dr. Walach eine postgraduierten Aufbaustudiengang „Psychologie des Bewusstseins“ entwickelt hat, der sich thematisch u.a. mit der Darstellung des Zusammenhangs von Spiritualität und Gesundheit beschäftigt. Dr. Kohls wird als Samueli-Rockefeller Scholar in enger Kooperation mit Dr. John Ives arbeiten, der Direktor des Brain, Mind and Healing Program des Samueli-Instituts, USA, ist und mit Prof. Dr. Dr. Harald Walach, der das Samueli-Rockefeller Doktorandenprogramm „Spirituality & Conciousness Studies“ an der Universität Northampton leitet. Der Schwerpunkt des Programms wird auf der Erforschung medizinpsychologisch und gesundheitswissenschaftlich relevanter Aspekte von Spiritualität liegen.